Köln – Eine Studie hat die sogenannte „Generation Praktikum“ unter die Lupe genommen. Denn Arbeitgeber würden noch immer junge Hochschulabsolventen als billige Arbeitskräfte missbrauchen. Um die Lebens- und Berufssituation junger Menschen zu erhellen, hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) 674 Absolventen von vier Universitäten befragt, heisst es in einer IW-Pressemitteilung.
Die Autoren der Studie räumten im Kleingedruckten selbst ein, dass unter den Befragten überproportional viele Geistes- und Sozialwissenschaftler seien. Danach mache jeder vierte der 674 Befragten nach dem Studium ein Praktikum. Vier von zehn dieser Praktika seien unbezahlt. Das gelte vor allem für den Bereich Kunst und Kultur. Trotzdem wird das Ergebnis als massgebend für eine ganze Generation dargestellt, heisst es in der IW-Presseaussendung.
Betrachte man tatsächlich eine ganze Absolventengeneration, so sehe die Lage schon ganz anders aus. Die Universität Kassel habe zum Beispiel rund 35.000 Absolventen des Prüfungsjahrgangs 2007 befragt. Unmittelbar nach Studienabschluss waren von den erwerbstätigen Absolventen lediglich vier Prozent als Praktikanten, zwei Prozent als Volontäre und ein Prozent als Auszubildende beschäftigt, heisst es. 1,5 Jahre nach Studienabschluss seien es nur noch ein Prozent als Praktikanten und ein Prozent als Volontäre und Auszubildende gewesen. Die Generation Praktikum gibt es also gar nicht, schreibt IW. (eg)