Wien - Die Umweltschutzorganisation Global 2000 hat stichprobenartig SchülerInnen auf die Belastung durch Pestizide getestet. Der Urin von fünf Schülerinnen und Schülern in Wien, im Alter zwischen 15 und 18 Jahren, wurde durch ein akkreditiertes Labor auf Rückstände von Organophosphaten untersucht, schreibt Global 2000 in einer Pressemitteilung. Das Ergebnis: alle fünf SchülerInnen sind mit Organophosphorverbindungen belastet, heisst es. "Tierversuche und breit angelegte Studien in verschiedenen Bevölkerungsgruppen legen nahe, dass die Aufnahme von Organophosphaten negative Effekte besonders auf die Hirnentwicklung und damit auch das Verhalten von Kindern und Jugendlichen haben kann. Die negativen Effekte konnten unabhängig von der aufgenommenen Menge der Organophosphate beobachtet werden", wird die Pestizidexpertin bei Global 2000, Daniela Hoffman, zitiert. Zahlreiche Studien belegten einen negativen Effekt von Organophosphaten auf die Gesundheit. Die Pestizidrückstände auf Lebensmitteln könnten zahlreiche sensitive Prozesse im Lauf der Kindes- und Jugendentwicklung stören und es könnten sich daraus erhebliche Einschränkungen der Lebensqualität und Gesundheit der Betroffenen ergeben. "Die Ergebnisse zeigen bei den Jugendlichen eine höhere Belastung als durchschnittlich zu erwarten wäre. Eine direkte gesundheitliche Relevanz kann zwar für die einzelnen Jugendlichen nicht abgeleitet werden, es ist jedoch zu vermuten, dass bei den höheren gefundenen Werten der ADI (Acceptable Daily Intake bzw. akzeptable tägliche Aufnahmemenge) ausgeschöpft oder sogar überschritten wurde", zitiert Global 2000 Hans Peter Hutter von ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt. Die Aufnahme von Organophosphaten erfolge hauptsächlich durch mit Pestiziden verunreinigte Lebensmittel. In Österreich würden die organophosphathältigen Wirkstoffe Chlorpyrifos, Chlorpyrifos-methyl, Phosmet und Dimethoat grossflächig in der Landwirtschaft eingesetzt. Besonders Chlorpyrifos werde regelmässig in verschiedensten Lebensmitteln nachgewiesen. Tests im Herbst 2010 hätten den Wirkstoff Chlorpyrifos auch in Äpfeln von Schulbuffets gefunden. Dabei seien gerade Kinder und Jugendliche gegenüber Umwelteinflüssen wie Chemikalien besonders sensibel und bedürfen verstärkten Schutz, heisst es in der Pressemitteilung. Die Aufnahme von schädlichen Chemikalien müsse daher minimiert werden. (eg)
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