Dübendorf/St. Gallen/Thun – Forschende, eine Textildesignerin und eine Firma haben in Zusammenarbeit Vorhangstoffe entwickelt, die Schall absorbieren. Annette Douglas, der Designerin, Forschenden der Eidgenössischen Material- und Prüfungsanstalt (Empa) und der Seidenweberei Weisbrod-Zürrer AG ist es gelungen, lichtdurchlässige Vorhangstoffe auf den Markt zu bringen, die in der Innenarchitektur bis jetzt fehlten. Das berichtet die Bundesverwaltung in einer Presseaussendung. "Akustiker staunen nicht schlecht, wenn sie die entsprechenden Kennwerte sehen, die wir mit den neuen Vorhängen bei Messungen im Hallraum erreicht haben. Der bewertete Schallabsorptionsgrad liegt zwischen 0,5 und 0,6", wird Kurt Eggenschwiler zitiert, Leiter der Empa-Abteilung «Akustik/Lärmminderung». Das bedeute, dass die neuen Textilien fünfmal mehr Schall als herkömmliche lichtdurchlässige Vorhänge "schluckten". "Der neue Vorhang ist ein echter Schallabsorber, der die Raumakustik merklich verbessert und erst noch hohe gestalterische Qualität aufweist." Ein weiterer Vorteil sei, dass die Vorhänge lichtdurchlässig sind und sich dadurch vielseitig einsetzen liessen, etwa in Büros, Sitzungszimmern, Restaurants, Hotellobbys, Seminarräumen bis hin zum Mehrzweckhallen. So sei das Kaufinteresse an den neuen Textilien enorm hoch. Die Idee eines Lärm schluckenden und gleichzeitig leichten, lichtdurchlässigen Vorhangs stamme von der Textildesignerin Annette Douglas, die sich schon seit längerem mit der Wechselwirkung zwischen Schall und Textilien beschäftigt und 2005 mit dem Swiss Textile Design Award für das Projekt "Akustikwände für Grossraumbüros" ausgezeichnet worden sei. Zusammen mit Forschern der Empa-Abteilung "Akustik/Lärmminderung" sowie der Seidenweberei Weisbrod Zürrer AG habe sie 2010 ein entsprechendes Projekt bei der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) eingereicht, unterstützt von Forschern der Empa-Abteilung "Advanced Fibres". (eg)
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