Göschenen - Der Staudamm in der Göscheneralp wird vorerst nicht erhöht. Das hat der Verwaltungsrat der Kraftwerk Göschenen AG (KWG) in seiner Sitzung am 24. März entschieden. Gründe sind die fehlende Wirtschaftlichkeit sowie offene Fragen im Zusammenhang mit der hängigen Klage des Kantons und der Korporation Uri gegen die KWG betreffend Göscheneralpkonzession. Das Vorhaben wird im August erneut geprüft, schreibt die KWG in einer Medienaussendung. "Der vorliegende Kostenvoranschlag aus der öffentlichen Ausschreibung übersteigt die ursprünglich erwarteten 24 Millionen Franken Gesamtkosten um über 40 Prozent", wird Verwaltungsratspräsident Urs Fischer zitiert. "Die Mehrkosten sind begründet in der Komplexität des Bauprojekts. Die Investitionen könnten in der verbleibenden Laufzeit der Wasserrechtskonzession, die im Jahr 2043 ausläuft, wirtschaftlich nicht gerechtfertigt werden." Die KWG und der Kanton Uri hätten intensive Verhandlungen über eine mögliche Restwertvereinbarung nach Ablauf der Wasserkonzession geführt. Das Wasserrechtsgesetz des Bundes sehe eine entsprechende Regelung vor. Ebenso sei nach verbindlichen Lösungen gesucht worden, die eine Entkoppelung des Investitionsvorhabens von der hängigen Klage ermöglicht hätten. Bis zur jetzigen Beschlussfassung des Verwaltungsrats des KWG konnte zwischen Kanton, Korporation und der KWG zu diesen offenen Punkten noch keine verbindliche Lösung gefunden werden, heisst es. Weitere Verhandlungen hätten den ursprünglich auf April 2011 festgelegten Baubeginn in diesem Jahr verunmöglicht. Die KWG investierte nach eigenen Angaben bisher knapp drei Millionen Franken in das Projekt. Der ehrgeizige Terminplan für ein Projekt dieser Grösse habe von Beginn an eine grosse Herausforderung dargestellt. Projektierung, Umweltverträglichkeitsprüfung und Bewilligungsverfahren hätten in nur zwei Jahren planmässig abgeschlossen werden können. Eine Dammerhöhung in der Göscheneralp ist nach Darstellung von KWG seit Inbetriebnahme des Kraftwerks im Jahr 1963 ein Thema. Mehrfach seien schon Erhöhungen von 15 und mehr Metern geprüft und wieder verworfen worden. Die KWG werde weiterhin Massnahmen zur Verbesserungen der Wasserkraftnutzung prüfen und wirtschaftlich nachhaltige Projekte umsetzen. Die Kraftwerk Göschenen AG mit Sitz in Göschenen wurde am 16. Februar 1955 gegründet, steht erläuternd in der Pressemitteilung. Am Kraftwerk beteiligt sind der Kanton Uri (10 Prozent), die SBB AG (40 Prozent) und die Centralschweizerische Kraftwerke AG (50 Prozent), heisst es. Die mittlere jährliche Energieproduktion der Kraftwerk Göschenen AG liegt bei rund 430 Millionen kWh, schreibt die Gesellschaft. (eg)
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