Sauberes Wasser durch LEDs

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Geschrieben von: Redaktion 27.05.10
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Berlin - Eine neue kostengünstige und sichere Methode, Trinkwasser lokal zu entkeimen, könnte den Zugang zu sauberem Trinkwasser in vielen Regionen der Welt erleichtern. Eine Forschergruppe am Ferdinand-Braun-Institut (FBI)- Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik - und der TU Berlin arbeitet daran, Wasser umweltfreundlicher und unkomplizierter als bisher mit ultravioletten Leuchtdioden (UV-LEDs) zu desinfizieren.

Die Bestrahlung mit UV-Licht zerstört das Erbgut von Bakterien, Viren und Sporen und verhindert dadurch die Vermehrung der Organismen, erläutert das in einer Medienmitteilung. Insbesondere Licht im Wellenlängenbereich zwischen 200 und 300 Nanometern (nm) mit einem ausgeprägten Maximum bei circa 265 nm eigne sich dafür. Die optimale Wellenlänge könne je nach Mikroorganismus leicht variieren. Nach Untersuchungen an stehendem Wasser seien nun erste Tests mit langsam fliessendem Wasser erfolgreich gewesen.

Das UV-Licht wird der Mitteilung zufolge mit halbleiterbasierten InAlGaN-Leuchtdioden erzeugt. Durch die Legierung von Galliumnitrid (GaN) mit Aluminiumnitrid (AlN) liessen sich deren Emissionswellenlängen bis in den fernen UV-Bereich verschieben. So könne die Emissionswellenlänge an die verschieden Zielorganismen angepasst werden.

Die Wissenschaftler arbeiten laut LBI nun daran, die Leistungen und die Effizienzen der UV-LEDs zu steigern. Gelänge dies, stünde künftig eine vielversprechende Alternative zu herkömmlichen Quecksilberdampflampen zur Verfügung. UV-LEDs benötigten keine Aufwärmphase. Sie seien langlebig, sehr kompakt und nicht giftig. Sie könnten ausserdem mit geringen Gleichspannungen betrieben werden, sodass sie ohne grösseren Aufwand in autarken, solarbetriebenen Anlagen einsetzbar seien. Damit wären komplett neue Lösungen zur Trinkwasserentkeimung möglich, die sowohl in Flugzeugen zur mobilen Wasseraufbereitung eingesetzt werden könnten, als auch in Regionen, die bislang von der Versorgung mit sauberem Wasser abgeschnitten seien.

Das Ferdinand-Braun-Institut, Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH) sieht sich als eines der weltweit führenden Institute für anwendungsorientierte und industrienahe Forschung in der Mikrowellentechnik und Optoelektronik. Es erforscht laut eigener Darstellung elektronische und optische Komponenten, Module und Systeme auf der Basis von Verbindungshalbleitern. Diese seien Schlüsselbausteine für Innovationen in Kommunikation, Energie, Gesundheit und Mobilität. Das Institut beschäftigt 230 Mitarbeiter und hat einen Etat von 21 Millionen Euro. Es gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. und ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. (ug)

 

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