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Auf die Stärken besinnen

Geschrieben von: Reto Martinelli, KommunikationsWerkstatt 18.03.10
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Die Dynamik des freien Handels, offener Arbeits-, Dienstleistungs- und Kapitalmärkte lässt Staatsgrenzen verwischen und Wirtschaftsräume zusammen wachsen. Die Verflechtungen insbesondere bei den Finanzdienstleistungen werden immer komplexer. Ist die Schweiz den wachsenden internationalen Einflussnahmen angesichts ihrer Souveränitätsansprüche noch gewachsen?

Für Jörg Walker, Geschäftsleitender Verwaltungsrat, Partner und Head of Tax der KPMG Schweiz, bringt der Alleingang der Schweiz für grenzüberschreitende Finanzdienstleistungen sowohl Vor- als auch Nachteile: „Positiv zu sehen ist, dass die Schweiz eine relativ starke und autonome Finanzpolitik mit einer eigenen Nationalbank, eigener Budgethoheit und einer starken Währung betreiben kann. Dadurch können wir uns unabhängig positionieren. Die Schweiz hat auch im regulatorischen Umfeld, beispielsweise bei den Steuern, viel Gestaltungsspielraum. Und als internationaler Standort bieten wir attraktive Arbeitsplätze und die Mitarbeitenden verfügen über ein hohes Ausbildungsniveau. Kommt dazu, dass die Schweizer traditionell eine hohe Bereitschaft aufweisen, in einem interkulturellen wirtschaftlichen Umfeld zu arbeiten. Als Nachteil anzusehen ist, dass in einer globalen Welt die Grösse und Bedeutung eines kleinen Landes wie der Schweiz eher abnimmt. Gewisse Positionen sind schwieriger durchzusetzen und es entstehen immer mehr Rahmenbedingungen (Bankgeheimnis, Transparenz im Bankenverkehr), die wir akzeptieren müssen. Es stellt sich die Frage, wie gehen wir mit diesen Regulatorien um – die die klassische Souveränität tangieren?"

Tendenz zu mehr Protektionismus

Im Bereich Finanzdienstleistungen ist die Schweiz international seit einiger Zeit sehr gut positioniert. Deshalb gibt es für Banken kaum Probleme beim Zugang zu internationalen Märkten. „Unsere Strategien müssen allerdings international im Einklang sein, was beispielsweise Handels-Embargos mit Iran oder Nord-Korea betrifft, an die auch wir uns nolens volens halten müssen." Im Versicherungssektor ist dies leider noch nicht der Fall. So hat im Januar 2010 hat die Zurich Financial Service Group die Konsequenzen aus der Benachteiligung im EU-Raum gezogen: Sie hat ihr Hauptquartier für das Schadenversicherungs-Geschäfts von Zürich nach Irland verlegt. Auch im grenzüberschreitenden Angebot im Leben- und Nicht-Leben-Geschäft sind die Schweizer Versicherer benachteiligt. Deshalb fordert Lucius Dürr, Direktor des Schweizerischen Versicherungsverbandes (SVV), den vollen Marktzugang zur EU. Verschiedene Experten sprechen aber von der Tendenz, dass sich die Globalisierung in naher Zukunft eher rückläufig entwickelt. Jörg Walker meint dazu: „Die Staaten werden aufgrund der Wirtschaftskrise mit hoher Arbeitslosigkeit und zur Stützung der heimischen Wirtschaft wieder protektionistischer handeln. Sie müssen alles daran setzen, ihre Staatsdefizite zu verkleinern." Auch Botschafter Anton Thalmann, stellvertretender Staatssekretär im Aussendepartement (EDA) meinte an einer Veranstaltung der ETH zum Krisenjahr 2009, dass kleine Staaten zunehmend ein rauerer Wind entgegenwehe. Grosse Staaten neigen gerade in Krisen stärker zu Macht- und Interessenpolitik. Thomas Held, Direktor von Avenir Suisse, ist der Ansicht, dass der Druck zum koordinierten Handeln der Schweiz in einem hochverschuldeten Europa rasch zunehmen werde. Er erwartet härtere Verteilkämpfe und Renationalisierungstendenzen. Inwieweit diese Auswirkungen auf den Finanzdienstleistungssektor haben, wird sich weisen.

18. Internationales Europa Forum Luzern – 26. April 2010

Am 18. internationalen Symposium des Europa Forum Luzern in Zusammenarbeit mit Avenir Suisse wird ein Überblick über die international erkennbaren Trends staatlicher sowie institutioneller Souveränität und Interessen vermittelt. Die internationalen Betrachtungen zur Souveränität sowie die Schweizer Perspektiven wird neben anderen der designierte Staatssekretär im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA, Peter Maurer vornehmen. Ausgeleuchtet wird auch die aktuelle Lage der „schweizerischen Souveränität" anhand der Politikbereiche Energie, Finanzdienstleistungen, Sicherheit und Menschenrechte. Unter anderen werden am Symposium Professor Lucius Caflisch, Mitglied der Völkerrechtskommission der Vereinten Nationen, Botschafter Fred Tanner, Direktor des Genfer Zentrums für Sicherheitspolitik, Kurt Rohrbach, Vorsitzender Unternehmensleitung BKW FMB Energie, Prof. Georg Kohler, Universität Zürich und  Christoph Blocher, ehem. Bundesrat, über die Souveränitätsaspekte und die Staatspolitischen Schlussfolgerungen für die Schweiz diskutieren. In der öffentlichen Veranstaltung am Abend wird Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf die Gratwanderung der Schweizerischen Politik zwischen souveränen Entscheiden und internationaler Zusammenarbeit aufzeigen. Im abschliessenden Podium diskutieren Ursula Plassnik, Bundesministerin a.D. aus Österreich, sowie ein Vertreter eines Deutschen Bundeslandes, Markus Hongler, CEO Western Europe Zurich Insurance Company mit Bundesrätin Widmer-Schlumpf über ihre Erfahrungen mit der staatlichen Souveränität in einer Welt der zunehmenden Abhängigkeiten. Neben Input-Referaten beinhalten das Symposium und die öffentliche Abendveranstaltung hochkarätig besetzte Diskussions-Runden in denen mögliche künftige Handlungsspielräume für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft kontrovers diskutiert werden.

 

Weitere Informationen:

KommunikationsWerkstattGmbH
Reto Martinelli
Telefon: +41 41 210 66 22
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Bild: Die Dynamik des freien Handels, offener Arbeits-, Dienstleistungs- und Kapitalmärkte lässt Staatsgrenzen verwischen und Wirtschaftsräume zusammen wachsen (KommunikationsWerkstattGmbH).

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