Sollen Waldschutzprojekte mit in den Emissionshandel aufgenommen werden? Diese Frage wird zur Zeit an der COP15 heiss diskutiert. Die sogenannten REDD-Programme könnten nämlich entscheidenden Einfluss auf die Verhinderung der drohenden Klimakatastrophe haben. Ein zentraler Punkt in den Verhandlungen an der Klimakonferenz in Kopenhagen ist die Frage, ob und wie Waldschutzprojekte in das globale Klimaschutz-Programm „nach Kyoto“ aufgenommen werden sollen. Zur Zeit fallen jährlich etwa 13 Millionen Hektaren Wald Rodungen zum Opfer , was zu ca 1.7 Billionen Tonnen CO2 Emissionen pro Jahr führt. Dies entspricht etwa 17 Prozent der jährlichen globalen Treibhausgasemissionen – mehr als der gesamte Transportsektor verursacht! Gemäss dem IPCC (Intergovernmental Panel on Climat Change) kann die Reduzierung von Abholzungen den grössten und direktesten Einfluss auf die CO2-Konzentration in der Atmosphäre haben. Sollten aber die weltweiten Abholzungen nicht gestoppt werden, ist eine signifikative Reduktion der globalen Erwärmung eher unwahrscheinlich.
REDD Seit 2005 besteht die Idee, Entwicklungsländer für den Verzicht auf die Abholzung ihrer Wälder finanziell zu unterstützen. Fast 56 Prozent aller Wälder der Erde befinden sich in tropischen oder subtropischen Regionen, und sie schrumpfen täglich durch oft illegalen Holzeinschlag für die Papier- und Möbelindustrie, für kurzlebige Acker- und Weideflächen-Gewinnung, oder für Feuerholz. Die Idee zum Schutz der Wälder, innerhalb des UNFCCC (United Nations Framework Convention on Climate Change) kurz REDD (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation) genannt, wird zur Zeit intensiv diskutiert. Sollte an der COP15 eine Einigung auf eine oder auch mehrere REDD-Modelle zustande kommen, könnte diese Art von Klimaschutzprogrammen ab dem Jahr 2013 in Kraft treten. Pilotprojekte Es gibt bereits einige Pilotprojekte, die nach den Prinzipien von REDD funktionieren. In Indonesien kooperiert die Orang Utan Conservation Society mit South Pole, um zwei Inseln mit einer Gesamtfäche von 2690 Hektaren zu erstehen, welche zum grössten Orang Utan Schutzgebiet der Erde mit 600 der bedrohten Menschenaffen ausgebaut werden sollen. Gleichzeitig werden durch die Erhaltung dieses aldgebiets jährlich über 133’000 Tonnen CO2 gebunden. Ohne die zusätzliche Finanzierung durch den Emmissionshandel wäre das Salat-Island Projekt zum Scheitern verurteilt. “Dieses Projekt kam wirklich zum richtigen Zeitpunkt”, sagt Christian Dannecker, Spezialist für Waldprojekte bei South Pole. “Das Gebiet ist umringt von Palmöl Plantagen, die jedes Jahr etwas näher rücken. Durch die Einbindung in das REDD Programm ist nun die Erhaltung des Lebensraums der vom Ausserben bedrohten Orang Utans gewährleistet. Gleichzeitig können wir einen weiteren Beitrag zur Reduktion der globalen CO2-Emissionen leisten. Und es entstandenden dadurch auch neue Arbeits- plätze für die Bevölkerung und neue Aussichten für eine nachhaltige Entwicklung der Region, beispielsweise durch Eco-Tourismus.” Gehört REDD die Zukunft? South Pole gehört zu den ersten Entwicklern von REDD Projekten. Die Erfahrungen aus diesen Projekten zeigen, wie wichtig international verbindliche Rahmenbedingungen sind. “Wir brauchen ein klares Signal aus Kopenhagen“, sagt Christian Dannecker. “Damit sich ein Markt für REDD Zertifikate bilden kann, muss in Kopenhagen zumindest eine Einigung zu den grundsätzlichen Regeln der REDD Programme zustande kommen.” REDD funktioniert nur wenn ein klarer rechtlicher Rahmen und verbindliche Standards geschaffen werden können. „Nur wenn diese Bedingungen erfüllt sind, werden auch private Akteure ihre eigenen Projekte entwickeln können“, erklärt Dannecker. Gleichzeitig braucht es strikte Regeln und Kontrollen, damit die REDD Projekte auch positive Auswirkungen für Biodiversität und soziale Aspekte in den Projektgebieten haben und die Rechte der betroffenen Gemeinschaften und der ansässigen Bevölkerung gewahrt werden können. South Pole hofft mit seiner Erfahrung in verschiedenen REDD-Projekten einen konkreten Beitrag zu einem robusten Regelwerk leisten zu können. „Wie schon bei unseren bisherigen Klimaschutz-Projekten, von denen mehr als die Hälfte als Gold Standard Projekte entwickelt werden, setzen wir auch bei unseren Waldprojekten auf höchste Qualität und echte Nachhaltigkeit. Hier vertrauen wir auf den strengsten Standard für Forstprojekte, CCB (Climate, Community and Biodiversity Alliance).“ „Wir hoffen, dass Waldprojekte bald in grösserem Rahmen möglich werden“, sagt Christian Dannecker, „wenn man sieht, welche enormen Mengen an CO2 in einem Wald gespeichert werden können, wächst die Hoffnung auf eine saubere Welt, die ihre Treibhausgas-Emissionen ins Gleichgewicht bringen wird.“
Weitere Informationen: South Pole Saskia Stalder, PR Manager Telefon: 043 501 3550 E-Mail:
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Bild: Luftaufnahme des Kenogami-Urwald in Ontario, Kanada (Greenpeace / Andrew Male).
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