Klimawandel nicht vergessen

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Geschrieben von: Anna van Ommen, London 29.10.08
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Tokio/London - Die aktuelle Finanzkrise darf nicht von langfristigen Umweltproblemen ablenken, so Prinz Charles. Grossbritanniens oberster „Grüner“ macht sich erneut für den Kampf gegen den Klimawandel stark. Der Thronfolger geht mit gutem Beispiel voran.
Prinz Charles, selbsterklärter oberster Umweltschützer Grossbritanniens, kämpft für die Zukunft. Bei einer Rede vor japanischen Wirtschafts- und Regierungsvertretern ermahnte er die Welt, angesichts der aktuellen Finanzkrise die langfristigen Probleme des Klimawandels nicht aus den Augen zu verlieren. Die globale Wirtschaft sei zu Recht „ein äusserst bedeutendes und wichtiges“ Thema. Es sei jedoch „keine Übertreibung, dass wir vor der grössten Herausforderung stehen, die unser Planet jemals gesehen hat. Es ist buchstäblich ein Kampf ums Überleben“, betonte der Prinz.
 
Prinz fordert CO2-Reduzierung
Der Thronfolger appellierte an die Industrienationen, Kohlendioxidemissionen bis zum Jahr 2050 um 70 bis 80 Prozent zu reduzieren. Verfährt die Welt so weiter wie bisher, so werde die heutige Krise nach Ansicht des Prinzen vor den künftigen verheerenden Ausmassen des Klimawandels verblassen. „Wir haben jetzt ein kleines Fenster, die Klimakatastrophe mit nötigen Massnahmen zu stoppen.“ Dass dieser Zeitpunkt ausgerechnet in eine Zeit wirtschaftlicher Probleme fällt, darf die Welt seiner Ansicht nach nicht von dem Vorhaben abhalten, Treibhausgase zu reduzieren.
Die konkreten Forderungen des Prinzen sind nicht aus der Luft gegriffen. Er wiederholte damit, was das regierungseigene Klimawandel-Komitee dem britischen Parlament bereits vor wenigen Wochen empfahl. Vor allem aber ist es ein Thema, das Prinz Charles schon seit Jahren am Herzen liegt.
 
Grösster Biobauer im Land
Der britische Thronfolger macht sich schon seit Jahren für Biolandwirtschaftsbetriebe und naturgemässe Lebensformen stark. Er fing mit Biolandbau an, als man in Grossbritannien kaum davon gehört hatte. Heute ist er der grösste Biobauer im Land. Seit 2005 nimmt der Thronfolger an Ausgleichsmassnahmen für den Ausstoss von Kohlendioxid teil und investiert in Umweltprojekte rund um die Welt. Er setzt sich für den Schutz tropischer Regenwälder ein und fördert auf heimischen Boden umweltfreundliche Architektur. Auch zu Hause bei den Windsors denkt man grün. Der persönliche Haushalt des Prinzen, die Residenz „Highgrove“  in der englischen Grafschaft Gloucestershire, ist seit 2007 kohlendioxid-neutral. Darüber hinaus gelang es dem britischen Thronfolger, die Kohlendioxid-Emissionen auf seinem Landsitz im vergangenen Jahr um 18 Prozent zu reduzieren. Selbst sein 39jähriger Aston Martin wird mit Bioethanol aus Weinbeständen betrieben. Zwei Jaguars, zwei Audis und ein Range Rover tanken Biodiesel aus wiederverwendetem Speiseöl.
 
Reisen stören das grüne Bild
Allerdings wurden offiziellen Flüge, die im übrigen vom britischen Steuerzahler bezahlt werden, nicht beim Klima-Fussabdruck des Prinzen berücksichtigt. Er gibt für Reisen rund um die Welt mehr als eine Millionen Pfund (1,84 Millionen Franken) im Jahr aus. Um sich sparsamer zu zeigen, hatte Charles vor seiner Reise nach Japan angekündigt, diesmal weniger Personal mitzunehmen. Auf seinen Butler wird der Thronanwärter derweil sicher nicht so schnell verzichten. Denn ein japanischer Roboter, der ein Tablett tragen und den Staubsauger bedienen kann, machte bei einer Präsentation im Museum für Wissenschaft und Innovation in Tokio wenig Eindruck auf den Prinzen.
 

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